Interview mit Stanley Cup Champion Albiol

Die Pressestelle hat den frisch gebackenen Stanley Cup Champion Albiol zu einem ausführlichen Interview in Dallas, Texas empfangen.

Lord Stanley Cup – der grösste Titel schlechthin – was bedeutet dies für GM Albiol?

Das ist der absolute Wahnsinn. Ich kann es jetzt nach paar Tagen immer noch nicht fassen das ich mit meinem Team ganz oben angekommen bin. Wir haben auf jeden Fall einige Nächte bisher zum Tage gemacht und das wird mit Sicherheit auch noch ein bisschen so weitergehen. Alle haben großartiges geleistet und das muss gebührend gefeiert werden. Aber jeder der mich und mein Team etwas kennt, weiß das wir das drauf haben.

Hättest Du diesen Titelgewinn vor der Saison für möglich gehalten?

Niemals! Angesicht der starken Konkurrenz haben wir das niemals für möglich gehalten. Klar wussten wir, wenn wir uns in der Saison stetig steigern und konzentriert spielen, dass wir für die ein oder andere Überraschung gut sind, aber des es für den Stanley Cup reicht, hätten wir uns in unseren Träumen nicht vorstellen können. Schließlich sind wir letztes Jahr in der ersten Runde gescheitert und haben „nur“ eine solide Hauptrunde gespielt.

Hast Du immer an den Titel geglaubt oder gab es spezielle Momente wo Sie gedacht haben „das war es jetzt“?

So arrogant das jetzt klingen mag, aber die Siege gegen Korni Kornfelt und Döörk Klavkalash waren eingeplant. Als es dann im Conference Final gegen die Jets und meinen Freund Jay ging, war die Serie durchaus auf der Kippe und es entschieden Kleinigkeiten.So wirklich gezweifelt an dem Titel hab ich nach der Niederlage in Spiel 5 gegen die Capitals. Man führte 3:1 in der Serie und Chris kam wieder stark zurück. Ich dachte mir, mir kann doch nicht das gleiche Schicksal wie im Alpenligafinale passieren als es auch schon gegen ihn ging und die gleiche Ausgangssituation herrschte.In Spiel 7 lagen wir 2:0 hinten 21 Minuten vor Schluss. Das war ein harter Moment. Wussten wir doch wie schwer es ist Tore gegen Washington zu schießen. Doch im Endeffekt haben wir immer dran geglaubt, uns auf unsere Stärken konzentriert und haben dann mit viel Kampf und Leidenschaft nochmals das Ruder drehen können. Das es dann in der Overtime von Spiel 7 so laufen sollte, tja was soll man da sagen? Einfach der absolute Hammer da das Quentchen Glück auf seiner Seite zu haben.

Was waren aus Deiner Sicht die Schlüsselmomente in dieser Saison?

Puuuh, schwer zu sagen. In der Hauptrunde fällt mir da speziell nichts ein. So spielten wir da mit einer gewissen Taktik was die Platzierungen anging. Diese ist perfekt aufgegangen. Wie schon gesagt, speziell fällt mir da Spiel vier in der Serie gegen Winnipeg ein. Winnipeg geht Sekunden vor dem Ende in Führung und hätte somit einen Serienstand von 3:1 für die sich hergestellt, doch GM Jay Jay nahm den Goalie raus und ließ mich ausgleichen. Sehr umstrittene und unübersichtliche Situation. Dies hätte er keinesfalls müssen tun, da das Tor wohl regulär gewesen wäre. Doch er entschied sich so und wir konnten in der Folge das Spiel in der Overtime für uns entscheiden. Und danach auch Spiel 5 und 6 gewinnen. Dies war wohl ein wichtiger Knackpunkt. Bei 3:1 für die Jets hätte ich definitiv mit dem Verlieren der Serie gerechnet. Aber sehr viel Konjunktiv.

Welche Spieler haben die entscheidenden Rollen gespielt dass Dallas sich in die Hall of Fame eintragen lassen kann?

Einen Spieler herauspicken ist wirklich schwer. Wenn ich mich entscheiden müsste wäre es wohl aufgrund des Game Winning Goals im Finale Tyler Seguin. Doch erwähnenswert ist die gesamte Mannschaftsleistung. In den Playoffs füllte jeder seine Rolle perfekt aus. War es Jamie Benn mit wichtigen Toren, Radek Faksa als Arbeiter in der dritten und vierten Reihe oder John Klingberg und Marc Methot die in der Defensive so ziemlich alles abräumten. Natürlich auch Ben Bishop der unglaubliche Playoffs spielte. Alle hatten ihren Anteil.

Welcher war der harteste Brocken auf dem Weg zum Titel?

Schwierige Frage. Auf jeden Fall, wie oben angesprochen, waren es die letzten zwei Serien. Wenn ich jemanden im Spiel 7 in der Overtime bezwinge, muss er mir alles abverlangt haben. Wenn nur das Glück entscheidet. Die Serie gegen Jay war taktisch auf so einem hohen Niveau wie ich es selten erlebt hab. Wir beide kennen uns und unsere Spielzüge/Verteidigungsarbeit in und auswendig. Man musste sich immer wieder neue Sachen einfallen lassen. Auch da half das Glück mit das die Serie nicht über sieben Spiele ging.

Wie sieht es nächste Saison aus? Greifst Du mit Dallas zur Titelverteidigung oder gibt es anderen Pläne?

Ganz ehrlich? Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt. Momentan sind wir alle im Feiermodus und ich genieße die Zeit mit meinen Jungs. Wenn der Feiermarathon durch ist, werde ich erstmal ein paar Tage Urlaub machen. Ich denke das ich mir da die ersten Gedanken mache wie es weitergeht. Man sagt ja: Man soll aufhören wenn es am schönsten ist. Eventuell werde ich mir eine andere Herausforderung suchen, da kommen allerdings nur wenig andere Teams in Frage. Oder ich mach einfach mit den unglaublichen Jungs hier weiter. Ich weiß es nicht. Fest steht nur das ich nächstes Jahr wieder hinter einer Bande stehen werde.

Gibt es sonst noch was was Du der PSHL Community mitteilen möchtest?

Die großen Danksagungen gab es ja schon beim letzten Spielbericht, dem ist nichts hinzuzufügen. Es war mir wieder eine große Ehre dieses Jahr mit euch zu spielen. Es gab schwache Momente, aber ich denke die tollen Überwiegten. Vorallem das GM Treffen und das kennenlernen von den meisten von euch bereitete mir großen Spaß. Ich hoffe es wird kommende Saison ähnlich. In diesem Sinne, wir sehen uns bald wieder auf dem Eis!